Abituraufgaben 2019 – CAS-ti-nspire – 1

 

Inhaltsverzeichnis





 

Aufgaben: Koffein

Trinkt man ein koffeinhaltiges Getränk ( z. B. Kaffee, Cola, Energiedrink), so wird darin enthaltenes Koffein vom Körper ins Blut aufgenommen und dort kontinuierlich wieder abgebaut.


 

Funktion h

Eine Person, in deren Körper kein Koffein enthalten ist, trinkt ein koffeinhaltiges Getränk. Berücksichtigt man sowohl den Aufnahme- als auch den Abbauvorgang, so wird die zeitliche Entwicklung der Koffeinkonzentration im Blut mithilfe der Funktion h  mit

    \begin{equation*} h(t) = 0.01 \cdot e^{-0.003 \cdot t} \cdot \left( 1 -  e^{-0.07 \cdot t}\right) \quad f\ddot{u}r \quad t \geq 0 \quad und \quad t \in \mathbbm{R}} \end{equation*}

 
beschrieben. Dabei ist h(t)  die Koffeinkonzentration in \frac{mg}{ml} und t  die Zeit in Minuten, die seit dem Einsetzen des Aufnahmevorgangs vergangen ist.

  1. Berechnen Sie den Zeitpunkt, zu dem die höchste Koffeinkonzentration erreicht wird, und geben Sie dieses Konzentration an.

    (4 P)

  2.  

  3. Zeichnen Sie den Graphen von h  über dem Intervall [0;400] in ein Koordinatensystem und wählen Sie hierfür folgenden Maßstab: 5  cm auf der t -Achse entsprechen 100  min und 1  cm auf der y -Achse entspricht 0.001 \frac{mg}{ml}.

    (3 P)

  4.  

  5. Bestimmen Sie mithilfe Ihrer Zeichnung die größte momentane Abnahmerate der Koffeinkonzentration.

    (3 P)

  6.  

  7. Untersuchen Sie rechnerisch, zu welchem Zeitpunkt die momentane Änderungsrate der Koffeinkonzentration maximal ist, und geben Sie das Maximum an.

    (4 P)

  8.  

  9. Bestimmen Sie mithilfe einer Rechnung die Zeiträume ab dem Einsetzen des Aufnahmevorgangs, in denen die Koffeinkonzentration höchstens 0.007 \, \frac{mg}{ml} beträgt.

    (3 P)

  10.  

  11. Berechnen Sie denjenigen Wert von \mathlarger{\mathlarger{\mathlarger{\mathlarger{a \in \mathbbm{R}^+}}}}, für den der Inhalt der Fläche, die der Graph von h mit der t-Achse und der Geraden mit der Gleichung t=a  einschließt,  0.7 beträgt.

    Beurteilen Sie die folgende Aussage:
     

    „Der Inhalt der betrachteten Fläche entspricht der Koffeinmenge, die im zugehörigen Zeitraum insgesamt ins Blut aufgenommen wird.“

    (4 P)

 

LÖSUNG


 

Untersuchung des Abbauvorgangs

Zur gesonderten Untersuchung des Abbauvorgangs soll nun davon ausgegangen werden, dass die Aufnahme von Koffein ins Blut bereits abgeschlossen ist und die Konzentration des Koffeins im Blut innerhalb von jeweils 240 Minuten um die Hälfte abnimmt.

  1. Geben Sie die Zeitdauer an, innerhalb derer die Koffeinkonzentration um 75\% abnimmt.

    (2 P)

  2.  

  3. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich die zeitliche Entwicklung der Koffeinkonzentration mithilfe einer Funktion f  mit
     

        \begin{equation*} \( \mathlarger{f(t) = c \cdot e^{a \cdot t} \quad \textit{mit} \quad a \in \mathbbm{R} \; , \; c \in \mathbbm{R}^+ \; \textit{und} \; t \in \mathbbm{R} } \end{equation*}

    beschreiben. Dabei ist f(t)  die Koffeinkonzentration in \frac{mg}{ml} und t  die Zeit in Minuten, die seit Beginn der Beobachtung dieser Konzentration vergangen ist.

     
    Begründen Sie, dass c  die Koffeinkonzentration zu Beginn der Beobachtung angibt, und bestimmen Sie den passenden Wert von a .

    (3 P)

 

LÖSUNG


 

 

Untersuchung des Aufnahmevorgangs

Berücksichtigt man nun den Aufnahmevorgang, lässt also den gleichzeitig erfolgenden Abbau von Koffein außer Acht, so kann die zeitliche Entwicklung der Koffeinkonzentration mithilfe einer Funktion \mathlarger{\mathlarger{g_{b;k}}} mit

    \begin{equation*} \(  \mathlarger{g_{b;k}(t) = k \cdot \left(1-e^{b \cdot t}\right) \quad \textit{mit} \quad b \in \mathbbm{R} \; , \; k \in \mathbbm{R}^+ \; \textit{und} \; t \in \mathbbm{R} } \end{equation*}

 
beschrieben werden. Dabei ist \mathlarger{\mathlarger{g_{b;k}}} die Koffeinkonzentration in \frac{mg}{ml} und t  die Zeit in Minuten, die seit Beginn der Beobachtung dieser Konzentration vergangen ist.

Im Folgenden soll angenommen werden, dass die Blutmenge konstant 5 Liter beträgt und insgesamt 100 mg Koffein ins Blut aufgenommen werden.

  1. Begründen Sie unter Berücksichtigung des Sachzusammenhangs, dass b<0 gilt.

    (2 P)

  2.  

  3. Geben Sie die Bedeutung von k  im Sachzusammenhang an und zeigen Sie, dass k=0.02  gilt.

    (2 P)

Der folgenden Tabelle können Koffeinkonzentrationen entnommen werden, die sich aus einer Messung ergeben, wenn man den Abbauvorgang außer Acht lässt:

    \[ \renewcommand{\arraystretch}{1.5} \begin{array}{ | c | c | c | c | c | } \hline \textrm{seit Beginn der Beobachtung vergangene Zeit} & 0 & 15 & 30 & 60 \\ \textrm{in Minuten} & & & & \\ \hline \textrm{Koffeinkonzentration in } \frac{mg}{ml}} & 0.0000 & 0.0127 & 0.0173 & 0.0190 \\ \hline \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \]

 
Sollen Messwerte mithilfe einer Funktion eines bestimmten Funktionstyps möglichst gut beschrieben werden, so wird diese Funktion so gewählt, dass die Summe der quadrierten Differenzen der Funktionswerte und der Messwerte möglichst klein ist. In der Abbildung sind Differenzen von Funktionswerten und Messwerten beispielhaft in Form von Strecken veranschaulicht.

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  1. Berechnen Sie die Summe der quadrierten Differenzen der Funktionswerte der Funktion \mathlarger{\mathlarger{g_{b;k}}} mit b=-0.07  und k=0.02  und der in der Tabelle gegebenen Messwerte.

    (4 P)

  2.  

  3. Geben Sie einen Grund dafür an, dass es bei dieser Methode nicht sinnvoll ist, die Differenzen selbst anstelle ihrer Quadrate zu verwenden.

    (2 P)

  4.  

  5. Bestimmen Sie b  so, dass die angegebenen Messwerte mithilfe der Funktion \mathlarger{\mathlarger{g_{b;0.02}}} möglichst gut beschrieben werden.

    (4 P)

 

LÖSUNG

 
Aufgaben zum Ausdrucken: Abitur 2019, CAS-Analysis, 1. Aufgabe, Schleswig-Holstein als PDF







 

Lösungen: Koffein

Lösung : Funktion h

Aufgabe 1 – Maximum

Für die höchste Koffeinkonzentration berechnen wir den Hochpunkt von h .

notwendige Bedingung

Wir definieren

h(t) = 0.01 \cdot e^{-0.003 \cdot t} \cdot \left( 1 -  e^{-0.07 \cdot t}\right)

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Damit ein Extrempunkt vorliegt, muss gelten: h'(t)=0

Wir definieren die 1. Ableitung und lösen die Gleichung.

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hinreichende Bedingung

Um zu überprüfen, welche Art von Extrempunkte wir an den Stelle t=45.5978 haben, brauchen wir die 2. Ableitung und definieren

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Wir setzen die t=45.5978 in die 2. Ableitung ein.

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h2(45.5978)<0, also liegt bei t=45.5978 ein Hochpunkt vor.

 
Funktionswerte

Nun benötigen wir noch den y -Wert des Hochpunktes und bestimmen ihn mit

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45.5978 Minuten nach der Einnahme des koffeinhaltigen Getränks liegt eine maximale Koffeinkonzentration von 0.008363\frac{mg}{ml} im Blut vor.

 


 

Aufgabe 2 – Graph zeichnen

Zum Zeichnen des Graphen geben wir im Graphikbereich die Funktion ein. Wir passen die Achsen an mit

    \begin{equation*} \renewcommand{\arraystretch}{1.4} \begin{array}{  c  } \textit{menu} \Rightarrow \textit{Fenster / Zoom}   \Rightarrow \textit{Fenstereinstellungen}  \\  \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \end{equation*}

 
Dort geben wir ein

    \begin{equation*} \renewcommand{\arraystretch}{1.4} \begin{array}{  r  l  } \textit{XMin:} &  -10\\  \textit{XMax:} &  410\\  \textit{YMin:} &  -0.0005\\  \textit{YMax:} &  0.01\\ \Rightarrow &  \textit{OK}\\ \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \end{equation*}

 
Weiter blenden wir die Wertetabelle ein mit

    \begin{equation*} \renewcommand{\arraystretch}{1.4} \begin{array}{  c  } \textit{menu} \; \Rightarrow \; \textit{Tabelle} \; \Rightarrow \textit{Tabelle mit geteiltem Bildschirm}  \\  \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \end{equation*}

 
Dort passen wir die Schrittweite der x-Werte an mit

    \begin{equation*} \renewcommand{\arraystretch}{1.4} \begin{array}{  l  } \textit{menu}  \; \Rightarrow \; \textit{Wertetabelle}  \; \Rightarrow \; \textit{Funktionseinstellungen bearbeiten}  \\  \textit{Schrittweite:} \; 20 \quad \Rightarrow \; \textit{OK} \\  \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \end{equation*}

 
und übertragen die Punkte im angegebenen Maßstab in unsere Zeichnung.

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Aufgabe 3 – Größte momentane Abnahmerate

Die größte momentane Abnahmerate liegt im Wendepunkt.

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Wir bestimmen diese, indem wir im Wendepunkt eine Tangente anlegen und über ein Steigungsdreieck, so gut es eben geht, das Gefälle ablesen. Auf der vorhergehenden Seiten bekommen wir

    \begin{equation*} m = -\frac{0.002}{90} = -0.000022 \end{equation*}

 
Das Gefälle beträgt 0.000022 \; \frac{mg}{ml} pro Minute.

 


 

Aufgabe 4 – maximale momentane Änderungsrate

Die maximale momentane Änderungsrate befindet sich in der Regel zwischen einem Tiefpunkt und einem Hochpunkt. Da wir bereits wissen, dass wir nur einen Hochpunkt haben, muss die größte momentane Änderungsrate links davon liegen. Denn rechts vom Hochpunkt ist der Graph der Funktion stets fallend. Wir überprüfen nun, ob wir dort noch einen Wendepunkt haben.

 
Wendepunkt

Für den Wendepunkt gilt die notwendige Bedingung:  h''(t) = 0

 
Wir berechnen t :

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Ein Wendepunkt ist nur rechts vom Hochpunkt möglich. Also gibt es links vom Hochpunkt keinen Wendepunkt.

 
Momentane Änderungsrate 

Die maximale momentane Änderungsrate muss also am Rand vorliegen. Infrage kommt nur der linke Rand der Funktion bei t=0. Wir berechnen die momentane Änderungsrate mit der ersten Ableitung:

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Die maximale momentane Änderungsrate haben wir also direkt bei der Aufnahme des koffeinhaltigen Getränks mit 0.007 \frac{mg}{ml} pro Minute.


 

Aufgabe 5 – Zeiträume

Wir bestimmen zunächst die Zeitpunkt, an denen eine Konzentration von 0.007 \frac{mg}{ml} vorliegt.

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Aufgabe 6 – Fläche

Wir berechnen folgende Fläche:

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Da a < 0 sein muss, ist a = 96.3653.

 
Aussage 

Die Werte für t  sind in Minuten und für h(t)  in \frac{mg}{ml} angegeben. Daraus folgt, dass die Fläche in \frac{mg}{ml} \cdot min angegeben wird. Das ist aber nicht die Einheit für die Kaffeemenge. Diese würde in mg  angegeben werden.

Also ist die Aussage falsch.

 

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Lösung : Untersuchung des Abbauvorgangs

Aufgabe 1 – Zeitdauer

Nach 240 Minuten hat sich die Koffeinkonzentration auf 50% reduziert. Nach weiteren 240 Minuten sind nur noch 25% vorhanden. Das heißt, dass nach 480 Minuten, also 8 Stunden, die Koffeinkonzentration um 75%< abgenommen hat.  

 

Aufgabe 2 – Funktion f

Zu Beginn der Beobachtung gilt t=0 :

    \begin{equation*} \renewcommand{\arraystretch}{1.6} \begin{array}{  r  c  l  } f(0)  &  =  &  c \cdot e^{a \cdot 0}  \\        &  =  &  c \cdot e^{ 0}  \\        &  =  &  c \cdot 1  \\        &  =  &  c   \\  \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \end{equation*}

 
c  gibt also die Koffeinkonzentration zu Beginn der Beobachtung an.

Alle 240 Minuten halbiert sich die Koffeinkonzentration. Es gilt also:

    \begin{equation*} \renewcommand{\arraystretch}{1.6} \begin{array}{  r  c  l  l  } f(240)  &  =  &  c \cdot e^{a \cdot 240} &  \\  0.5 \cdot c  &  =  &  c \cdot e^{240 \cdot a}  &  | : c \\  0.5   &  =  &  e^{240 a}  &  | ln \\  ln(0.5)   &  =  &  240 a  &  | :240 \\  -2.888\mathsmaller{\mathbf{E}}-3   &  =  &  a  &   \\  a   &  =  &  -0.002888  &   \\  \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \end{equation*}

 

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Lösung : Untersuchung des Aufnahmevorgangs

Aufgabe 1 – Parameter b

Zu Beginn des Aufnahmevorgangs, also bei t=0 , erhalten wir nach Voraussetzung bei einem positiven k 

    \begin{equation*} \renewcommand{\arraystretch}{1.6} \begin{array}{  r  c  l  } g_{b;k}(t) &  =  & k \cdot \left(1-e^{b \cdot 0}\right)  \\  &  =  & k \cdot \left(1-e^{0}\right)  \\  &  =  & k \cdot \left(1-1\right)  \\  &  =  & 0  \\   \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \end{equation*}

 
Die Koffeinkonzentration wäre gleich Null, was ja auch der Tatsache entspricht, dass bei Beginn der Koffeinaufnahme im Blut noch kein Koffein vorhanden ist.

Betrachten wir nun den Fall t>0. Es muss gelten

    \begin{equation*} \renewcommand{\arraystretch}{1.6} \begin{array}{  r  c  l  l  } 1-e^{b \cdot t} & > &  0        &  | +  e^{b \cdot t} \\ 1 & > &  e^{b \cdot t}  &  \\ \end{array} \renewcommand{\arraystretch}{1} \end{equation*}

 
\mathlarger{\mathlarger{\(e^{b \cdot t} }} muss also stets kleiner als 1  sein. Weiter muss \(\mathlarger{\mathlarger{e^{b \cdot t}}} immer kleiner werden, damit \mathlarger{\mathlarger{g_{b;k}}} zunehmend größer wird und eine weitere Aufnahme stattfindet.

Dies ist der Fall, wenn \(\mathlarger{\mathlarger{e^{b \cdot t}}} einen negativen Exponenten hat:

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Da t>0 ist muss also b<0 sein.

 


 

Aufgabe 2 – Parameter k

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Die Funktion

    \begin{equation*} g_{b;k}(t) = k \cdot \left(1-e^{b \cdot t}\right) \end{equation*}

 
beschreibt ein begrenztes Wachstum . Dabei stellt k  die obere Grenze des Wachstums dar. Das heißt, dass die Koffeinkonzentration von k=0.02 \, \frac{mg}{ml} das Maximum ist, dass vom Blut aufgenommen wird.

Der Koffeinkonzentration errechnet sich wie folgt:

    \begin{equation*} \tfrac{100 \, mg}{5 \, l}  \, = \, \tfrac{100 \, mg}{5000 \, ml}  \, = \, \tfrac{1 \, mg}{50 \, ml}  \, = \, 0.02 \, \tfrac{mg}{ml} \end{equation*}

 


 

Aufgabe 3 – Summe der quadrierten Differenzen

Wir definieren die Funktion g  mit b=-0.07  und k=0.02 

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und berechnen die Summe der Differenzenquadrate, wobei wir von der Differenz

    \begin{equation*} \textit{Messwert - Funktionswert} \end{equation*}

 
ausgehen.

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Die Summe der quadrierten Differenzen ist also 0.000000174122 \, \frac{mg}{ml}.

 


 

Aufgabe 4 – Grund angeben

Damit Messdaten durch eine Funktion möglichst gut beschrieben werden, möchte man eine möglichst geringe Abweichung zwischen den Messwerten und den Funktionswerten erreichen. Ein Maß für die Streuung der Messwerte um die Funktion ist die Standardabweichung. Die Standardabweichung drückt die durchschnittliche Abweichung der Messwerte von den Funktionswerten aus.

Man könnte nun einfach die Differenzen der Messwerte und der Funktionswerte mitteln. Allerdings liegen die Messwerte zum Teil über  und zum Teil unter  der Funktion. Wir hätten also sowohl positive als auch negative Differenzen, so dass die Differenzen sich teilweise gegenseitig aufheben würden. Damit erhalten wir bei der Berechnung der durchschnittlichen Differenz einen falschen Mittelwert.

Statt dessen quadriert man die gewonnenen Differenzen. Diese Werte sind stets positiv. Den Mittelwert dieser quadratischen Abweichungen nennt man die Varianz. Wir erhalten nun die richtige Standardabweichung, indem wir die Quadratwurzel aus der Varianz ziehen.

 


 

Aufgabe 5 – Parameter b bestimmen

Eine möglichst gut Beschreibung der angegebenen Messwerte mithilfe der Funktion \(\mathlarger{\mathlarger{g_{b;0.02}}} bedeutet, dass die Standardabweichung und die Varianz, das heißt die Summe der quadrierten Differenzen, möglichst gering ist.

Wir ermitteln also das b , so dass diese Summe minimal wird. Dazu definieren wir \(\mathlarger{\mathlarger{g_{b;0.02}}} mit

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und weiter die Summe der quadrierten Differenzen mit

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Für das Minimum der Summe der quadrierten Differenzen muss s'(b)=0  sein. Wir definieren die erste Ableitung und berechnen b .

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Damit bei b=-0.066991  auch wirklich ein Minimum vorliegt, muss die 2. Ableitung von s  größer als Null sein. Wir überprüfen dies nun.

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Dass nun genau Null heraus kommt, kann ich mir nicht vorstellen. Ich überprüfe dies, indem ich mir die 2. Ableitung anzeigen lasse.

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Die 2. Ableitung besteht aus eine Summe bzw. Differenz von fünf einzelnen Exponentialausdrücken, die jede für sich nicht Null sein können. Dass diese sich nun genau aufheben, scheint sehr unwahrscheinlich, wenn nicht gar ausgeschlossen zu sein. Ich denke, dass mein TI-nspire , der noch aus der 1. Baureihe stammt, mit der Berechnung von s2(b)  überfordert ist. Das kann, sollte aber nicht vorkommen.

Ich setze nun den Wert von b  per Hand in die 2. Ableitung ein.

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Die 2. Ableitung für den Wert von b=-0.066991  ist größer als Null. Folglich ist \(\mathlarger{\mathlarger{g_{b;0.02}}} mit dem Wert b \approx -0.07 eine gute Beschreibung der Messwerte.

 

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